Turnhalle verwandelt sich in Unterwasserwelt
Mit langanhaltendem Beifall wurden die beiden Aufführungen des Musicalprojekts ...
der Nardini-Realschule gefeiert. Die Turnhalle war an beiden Tagen bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Schülerinnen nach intensiver Probenarbeit ihr Können eindrucksvoll unter Beweis stellten.
Alle Schülerinnen der 6. und 7. Klassen arbeiteten seit Schuljahresbeginn in ihren Projektstunden an einem unterhaltsamen Musical für Jung und Alt. Die Mädchen konnten sich je nach Neigung für Schauspiel, Chor, Tanz, Kulisse oder Kostüm entscheiden.
Inhaltlich entführten die jungen Darsteller das Publikum in die Unterwasserwelt der kleinen Meerjungfrau Lili, die mit ihren Eltern Neptun und Chloé sowie ihren Schwestern Melusine und Lore in einem prächtigen Palast auf dem Meeresgrund lebt. Sehnsüchtig träumt sie von der Welt der Menschen, die ihre älteren Schwestern bereits kennenlernen durften.
Als Lili an ihrem 15. Geburtstag endlich selbst an die Oberfläche darf, gerät sie mitten in einen schweren Sturm. Mutig rettet sie den Prinzen Neeru vor dem Ertrinken und bringt ihn an Land. Doch ein Missverständnis nimmt seinen Lauf: Der Prinz glaubt, von der Prinzessin Samira, die zufällig vorbeikommt, gerettet worden zu sein. Währenddessen droht durch die intrigante Königin Malalai und ihre Tochter Shaina sogar ein Krieg, sollte Neeru sich nicht zur Heirat mit Shaina entschließen.
Von ihrer Liebe getrieben, wagt Lili einen gefährlichen Schritt: Sie sucht die Meerhexe Sandel auf und tauscht ihre Stimme gegen menschliche Beine. Doch der Preis ist hoch – Schmerzen beim Gehen und die Unfähigkeit zu sprechen erschweren ihr Vorhaben, das Herz des Prinzen zu gewinnen. Unterstützt wird sie von der guten Fee Lipschi und dem tollpatschigen Schleimi, doch auch hier kommt es zu dramatischen Wendungen, Verrat und Reue.
Als der entscheidende Vollmond naht und die Zwangshochzeit zwischen Neeru und Shaina bevorsteht, gelingt es Lili schließlich, die Wahrheit aufzudecken. Dennoch verzichtet sie selbstlos auf ihre eigene Liebe und kehrt ins Meer zurück – ein bewegendes Ende, das das Publikum sichtlich berührte.
Alle Beteiligten gaben ihr Bestes
Auf der Bühne der vollbesetzten Nardini-Halle entfaltete sich der Zauber der Unterwasserwelt und das Publikum konnte buchstäblich in diese eintauchen. Einen großen Anteil daran hatte das Team „Kulisse/Umbau“ unter der Leitung von Kunstlehrer Stefan Rottmeier. Diese Gruppe gestaltete nicht nur eindrucksvolle Hintergrundbilder, sondern auch ein mechanisches Walfischmaul, durch das die kleine Meerjungfrau gehen muss, um zur Meerhexe zu gelangen.
Auch der Chor und die Solistinnen boten mit peppigen Songs wie „Wenn die Sonne schläft“ oder romantischen Liedern wie „Boom, Boom“ eine überzeugende Leistung. Verantwortlich hierfür war Realschuldirektor Thomas Dambacher. Gleichermaßen verdienen auch die Tänzerinnen, trainiert von Nina Maier-Kühndel, größtes Lob für ihre perfekt dargebotenen Choreografien in kreativen und farbenprächtigen Kostümen. Für diese wiederum war die Truppe von Isabella Holmer zuständig.
Auch die jungen Schauspielerinnen zeigten auf der Bühne unter der Leitung von Bianca Manilo ihr Können und überzeugten durch Spielfreude und eine stimmige Inszenierung.
Tolle Gemeinschaftsleistung
Alles haben die Schülerinnen zusammen mit den engagierten Lehrkräften selbst gestaltet. So waren viel Fantasie und Improvisationsgeschick, aber noch mehr Energie und Durchhaltevermögen nötig, um so ein großes Projekt zu stemmen.
Hilfe von außen gab es allerdings bei der musikalischen Gestaltung: Musiklehrer Alexander Schott stellte eine Band aus Schülerinnen, Lehrern und Musikerkollegen zusammen, die dem Publikum so richtig einheizte.
Bei der Bühnentechnik arbeiteten Lehrkräfte der Schule und Profis Hand in Hand. – Und was wäre ein Musicalabend ohne die richtige Verpflegung? Dafür sorgte einmal mehr der Förderverein der Schule.
Die gelungenen Darbietungen machten deutlich, welches Potenzial und welcher Teamgeist in dem Projekt steckt – und wurden vom Publikum mit anhaltendem Applaus gewürdigt.









