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Tipps für ein besseres Miteinander
"Wie redest du mit mir?" war der Vortrag überschrieben, zu dem der Elternbeirat der Nardini-Realschule Mallersdorf in der vergangenen Woche alle interessierten Eltern in den Franziskussaal einlud.
Der Bildungsreferent Bernhard Suttner legte sehr anschaulich und praxisnah dar, wie tragfähige Kommunikation in der Familie gelingen kann.
Damit Gespräche gerade in schwierigen Entwicklungsphasen wie der Pubertät nicht auf der Strecke bleiben, müsse man als Eltern, so Suttners These, bei sich selbst anfangen und den in der Familie eingeschliffenen Kommunikationsstil ändern. Das heißt: nach einem Streit auf keinen Fall Schweigen akzeptieren, sondern einfach viel reden, am besten ein anderes Thema anschneiden, z.B. von seinen eigenen Erfolgen und Misserfolgen sprechen, die Verbindung zum Kind also nicht abreißen lassen.
Als weiteren Ansatzpunkt für ein besseres Miteinander nennt Suttner das bewusste, positive Gestalten von sog. "Startsituationen": z.B. wenn das Kind oder der Jugendliche mittags von der Schule heimkommt. Eine Begrüßung mit "Wirf die Schultasche nicht in die Ecke!" bewirkt im Gegenüber sofort Druck, während ein freundliches "Schön, dass du da bist!" die emotionalen Türen öffnen kann. Angemessene Kritik zu gegebener Zeit ist damit natürlich nicht tabu.
Anhand eines Fächers demonstrierte Suttner anschließend eine weitere Möglichkeit, die Kommunikation in der Familie lebendig zu halten. Ein breit aufgeklappter Fächer symbolisiert für ihn ein gut gepflegtes "Beziehungsnetz", in dem viele Möglichkeiten des Redens vorhanden sind. Freundliches Bitten, ein Bekenntnis ablegen, sich entschuldigen, aber auch das Jammern, Anordnen oder Kritik üben - möglichst viele dieser Facetten sollten in einer gut funktionierenden Familie zum "Einsatz" kommen; v.a. die anerkennenden Gesprächsformen dürfen nicht vernachlässigt werden.
Ein "geschlossener Fächer" bedeutet nach Suttner dagegen eine völlig tote Beziehung. Auch ein problematischer, pubertierender Jugendlicher brauche positive Formen des Gesprächs, nur so bestehe eine Chance, dass er sich emotional öffnet. Des weiteren sprach der Referent die Bedeutung der "Ich-Botschaften" an. Äußerungen wie "Du räumst jetzt dein Zimmer auf!" würden beim Gegenüber die Aggressionsspirale in die Höhe treiben. Dagegen zeigt man mit einer Ich-Botschaft ehrliche Emotion, lässt teilhaben an Freude - oder Zorn.
Schließlich gehört zur tragfähigen Kommunikation auch das richtige Zuhören - indem man sich seinem Gegenüber zu-wendet, ihn in seinem Redefluss nicht mit vorschnellen Lösungsvorschlägen unterbricht und ein mögliches wertvolles Gespräch so vielleicht abwürgt. Als "Hausaufgabe" empfahl der Referent, der auch zahlreiche Fragen der aufmerksamen Zuhörer beatwortete, sich mindestens einen der vorgestellten Punkte für die Kommunikation in der Familie vorzunehmen.