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Soziales Lernen: COMPASSION
Wie Wertevermittlung konkret aussehen kann, zeigt das Sozialpraktikum COMPASSION, das die Neuntklässlerinnen in den anderthalb Wochen vor den Faschingsferien absolvierten.
Für die Mädchen war dies eine Zeit wertvoller persönliche Erfahrungen in einem Bereich unserer Gesellschaft, der normalerweise nicht im Blickfeld Jugendlicher liegt. Wichtig war der Schule dabei, dass die Schülerinnen lernen, sich auf andere Menschen, die in irgendeiner Weise benachteiligt sind, einzulassen, mit ihnen zu kommunizieren, ihnen zu helfen. Sie sollten dabei auch erkennen, dass jeder Mensch seine Würde hat und jeder auf Solidarität angewiesen ist.
Bei diesem schulischen Angebot auf der Grundlage der christlichen Sozialethik konnten sich die Mädchen im Vorfeld auf einer Datenbank "ihre" Stelle aussuchen. Senioren- oder Pflegeheime, Krankenhäuser, Behinderteneinrichtungen oder Förderzentren im Raum Landshut - Regensburg –Straubing boten nach den guten Erfahrungen mit den Nardini-Schülerinnen in den letzten Jahren auch heuer wieder Praktikumsstellen an. Die Lehrkräfte der neunten Jahrgangsstufe, die sich als Mentoren um die etwa 60 Schülerinnen kümmerten, besuchten die Praktikumsstellen zu einem Erfahrungsaustausch mit dem jeweiligen zuständigen Betreuer.
Die überwiegende Mehrheit der Schülerinnen äußerte sich insgesamt positiv über ihre ungewohnte Arbeit auf der Pflegestation oder in der integrativen Kindergartengruppe. Für die meisten war der Umgang mit Demenzkranken oder pflegebedürftigen Senioren anfangs nicht einfach, doch sie merkten auch bald, dass sich die Bewohner der Einrichtungen jeden Tag auf sie freuten. Viele Patienten haben "ihre" Praktikantin übers Wochenende bereits vermisst. Etliche Mädchen waren in ihren Einrichtungen auch eingebunden in diverse Faschingsfeiern.
Auch die Betreuer zeigten sich erfreut über die engagierten und freundlichen Mädchen, die einerseits zwar auch zu betreuen waren, andererseits aber "frischen Wind" in die Einrichtung brachten. Alle Praktikumsstellen sind auch gerne wieder bereit, im kommenden Jahr Nardini-Schülerinnen aufzunehmen.
In der Nachbereitung des Sozialpraktikums hatten die Schülerinnen Gelegenheit, ihre oft einschneidenden Erfahrungen in Grenzbereichen menschlicher Existenz zu reflektieren und in ihren persönlichen Lebensentwurf zu integrieren. Für eine der 9. Klassen werden die Erfahrungen mit COMPASSION zusätzlich einfließen in ihre Projektpräsentation unter dem Thema "Alt und Jung", die im Anschluss an das Praktikum erarbeitet wird. Im April erfolgt die Vorstellung ihrer Ergebnisse in einem größeren Rahmen.