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Musical: Tabaluga

 

 

Musical: Tabaluga "Wo komm ich her, wo geh ich hin ...?", fragt Tabaluga zu Beginn seiner fantastischen Reise, die ihn letztlich zu sich selbst führt.
Und das Publikum folgt ihm gerne auf seinem Weg durch verschiedene Welten, begleitet von wunderschönen Melodien – das Musical "Tabaluga und das leuchtende Schweigen" hatte Mitte Mai in der Paul-Josef-Nardini-Halle Premiere.

Unsere Schule brachte mit der Geschichte vom kleinen grünen Drachen bereits ihr zweites Musical auf die Bühne; nach dem überwältigenden Erfolg mit dem Musical "Der kleine Tag" im Jahr 2008 wagte sich ein engagiertes Team von Lehrern mit etwa 100 Schülerinnen an ein neues, umfangreiches Projekt.

Mit "Tabaluga und das leuchtende Schweigen" hat die Nardini-Realschule einen eher weniger bekannten Teil der Tabaluga-Musical-Reihe von Peter Maffay ausgewählt. Erzählt wird die märchenhafte Geschichte vom jungen Drachen Tabaluga, der seinem Vater Tyrion den zauberkräftigen Jadestein stibitzt, mit dem man an alle beliebigen Orte des Universums gelangen kann. Um den Vater von einer Strafpredigt abzuhalten, lenkt Tabaluga ihn mit der Frage ab, was denn Liebe sei. Da Tyrion seinem Sohn keine befriedigende Antwort geben kann, will er ihn seinerseits ablenken und verdonnert den Junior dazu, Sturzflüge zu üben. Dabei vergisst der Vater die Sache mit dem Jadestein.

Tabaluga jedoch probiert den Zauberstein aus und landet mit Hilfe von Limolux prompt auf dem Regenbogen, über den er in eine andere Welt gleitet. Dort trifft er nacheinander auf eine Reihe seltsamer und unheimlicher Gestalten, die ihm die Frage nach dem Wesen der Liebe auch nicht beantworten können: das einsame, ungeliebte Halbkind, die Traumfrau, den "gefühllosen" Robotron samt Anhang, oder Daimon, den personifizierten Hass. Tabaluga wünscht sich davon weit weg, gerät in eine Eiswelt, wo die "kalte" Eisprinzessin nur auf die Wärme des kleinen Drachen aus ist, und darauf begegnet ihm der "fröhliche Geselle" Tod, der aber schließlich Tabalugas Vater Tyrion zu sich holen wird.

Tabaluga kann seinem Vater nicht mehr helfen, doch er wird durch die Tatsache getröstet, dass er mit ihm über den Tod hinaus in Liebe verbunden ist: "Die Töne sind verklungen / Doch das Lied stirbt nie / Es klingt ewig fort." Plötzlich kann er sehen, erkennen: Alles um ihn herum, Positives wie Negatives, gehört zum Leben dazu und der leuchtende Regenbogen als "Brücke" führt von einem Menschen zum anderen – was man auch Liebe nennen könnte.

Das Publikum, Kinder und Erwachsene gleichermaßen, verfolgte gebannt die sehr stimmige und fantasievolle Inszenierung. Auf der großen Bühne der Paul-Josef-Nardini-Halle, im Chor, in der Begleitband und auch hinter der Bühne waren die Mädchen aus den Projektklassen (Jahrgangsstufen 6 und 7) mit Feuereifer bei der Sache. Regisseurin Claudia Glöbl entlockte den Schülerinnen erstaunliche schauspielerische Fähigkeiten und die Solistinnen - vom kleinen Tabaluga bis zum "fröhlichen Tod" – überzeugten vollends in ihren Rollen. Wunderschön anzuschauen war die Choreographie, die auch das Publikum mit einbezog. Jede einzelne Szene war liebevoll und einfallsreich gestaltet.

Die Leitung des Chors lag in den Händen von Thomas Dambacher – er hatte mit den Mädchen die anspruchsvollen Lieder einstudiert. Stefan Würger hat eigens für dieses Musical eine Band zusammengestellt, dabei konnte er auch auf Schülerinnen höherer Klassen zurückgreifen. Die Sängerinnen und Musikerinnen begleiteten und unterstrichen das Geschehen auf der Bühne sehr harmonisch und einfühlsam mit berührenden Songs, im Wechsel mit temperamentvollen, rockigen Liedern. Die tiefgründigen Texte, traurig und aufbauend zugleich, erzählen - über die bunten Tabaluga-Szenen hinaus - vom Leben ganz allgemein, von menschlichen Ängsten und Hoffnungen, vom Wert des Lebens.

Dass das Musical eine "runde" Sache wurde, ist nicht zuletzt der effektvollen und professionellen Ausstattung zu verdanken. In monatelanger Mal-, Näh- und Bastelarbeit entstanden unter der fachkundigen Anleitung von Isabella Holmer und Christina Böhm u.a. zauberhafte Bühnenbilder auf Bettlaken, putzige Roboter aus Alufolie – und eine Vielzahl von farbenfrohen, bzw. düster angehauchten Kostümen. Mit in die Aufführung eingebunden waren auch die Mädchen der Bläserklasse, die im Hintergrund wertvolle Dienste leisteten, bei den Kulissen, beim Schminken oder bei der Bühnentechnik. Martin Neeser bürgte für perfekten Sound und die richtige Beleuchtung.

Nach über einem halben Jahr anstrengender Probenarbeit ist mit dem Projekt "Tabaluga" wirklich ein großartiges gemeinschaftliches Werk gelungen, das das Publikum restlos begeisterte. Nach dem abschließenden Lied "Danke an das Leben" und einer Zugabe war der Beifall groß und verdient.