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Besuch beim Bayerischen Landtag

 

 

Besuch beim Bayerischen Landtag Bei einem Besuch im Bayerischen Landtag hatten die Schülerinnen der Klasse 10a die Gelegenheit, an einem Planspiel teilzunehmen und selbst als Angehörige einer Fraktion ein Gesetz auf den Weg zu bringen.

Die Mädchen arbeiteten mit Schülern aus vier weiteren Schulen ein Gesetzgebungsverfahren vom Gesetzesentwurf bis zum Beschluss im Plenum durch. So konnten sie hautnah erfahren, was sonst nur als Theorie im Sozialkundeunterricht vermittelt wird.

Zu dem ganztägigen Planspiel "Der Landtag sind wir!" unter der Schirmherrschaft der Landtagspräsidentin, Frau Barbara Stamm, waren 5 Klassen aus ganz Bayern eingeladen. Neben den Nardini-Schülerinnen nahmen drei 10. Klassen aus Gymnasien und eine 10. Klasse einer Waldorfschule teil.

In dem Spiel sollten die Jugendlichen als Abgeordnete in der Gesetzgebung agieren. Dabei wurde die jeweilige Parteizugehörigkeit per Los durch die Leiter des Planspiels festgelegt. Um sich besser in seine Rolle hineinversetzen zu können, erhielt jeder Teilnehmer einen knappen Lebenslauf "seines" Abgeordneten. Zusätzlich erhielten die neuen "Abgeordneten" eine Mappe mit ihren Arbeitsunterlagen.

In der ersten Fraktionssitzung der CSU konnte sich Astrid Uretschläger von der Nardini-Realschule gegen einen männlichen Mitbewerber in einer Kampfabstimmung durchsetzen; so wurde sie als Landtagspräsidentin vorgeschlagen. Eine weitere Schülerin der Nardini-Realschule, Lisa Paintner, leitete anschließend die konstituierende Sitzung des Landtags. Die zwei Gesetzesvorlagen, die auf den Weg gebracht werden sollten, waren den Schülern vorgegeben: zum einen die Herabsetzung des aktiven Wahlrechts von 18 auf 16 Jahre, eingebracht von der Fraktion der Grünen, zum anderen die Video-Überwachung von öffentlichen Plätzen in kleineren Gemeinden, vorgeschlagen von der CSU.

Die Vorlagen wurden ohne Debatte sofort nach der 1. Lesung im Plenarsaal in die Ausschüsse verwiesen. In drei Ausschüssen diskutierten die Schüler und Schülerinnen sodann die Gesetzesvorlage "Wahlrecht" kontrovers und engagiert mit dem Ergebnis, dass das aktive Wahlrecht mit 16 auf kommunaler Ebene eingeführt werden soll, ergänzt durch zusätzlichen Sozialkundeunterricht an den Schulen. Beim Gesetzesentwurf zur "Video-Überwachung" konnte sich die CSU mit ihrem Vorschlag, wenn auch etwas modifiziert, durchsetzen: Das Ergebnis wurde auch in einer "Pressemitteilung" veröffentlicht.

Nach einer weiteren Fraktionssitzung, in der die Beschlussempfehlungen aus den Ausschüssen besprochen wurden, schritt man zur 2. Lesung mit abschließender Abstimmung im Plenum.

Argumente vorbringen, Verhandlungen und Besprechungen führen, Kompromisse finden, das alles war für die Schülerinnen vielleicht anfangs etwas verwirrend, auf jeden Fall aber sehr interessant und lehrreich. Viele hatten sich nicht wirklich vorstellen können, dass das Gesetzgebungsverfahren mit solch großem Aufwand verbunden ist. Erfreulich war auch, dass "echte" Abgeordnete – die jugendpolitischen Sprecher der Fraktionen - sich abschließend für die Jugendlichen Zeit nahmen und ihre Fragen beantworteten. Der Tag im Parlament hat bei allen Schülerinnen der Nardini-Realschule nicht nur einen sehr positiven Eindruck hinterlassen; er trug sicher auch zu einem besseren Verständnis von politischen und gesetzgeberischen Abläufen bei.